Auf jeden Fall muss beachtet werden, dass der Rücken des Babys noch instabil ist und seine Bandscheiben noch nicht in vollem Maße ihre Funktion erfüllen. Deshalb muss beim Tragen Wirbel für Wirbel des Kindes abgstützt werden.
Optimal kann dies nur im Tragetuch geschehen, auch wenn es mittlerweile fertige Tragehilfen gibt, die bereits für Neugeborene beworben werden.
Eine fertige Tragehilfe kann eine Alternative sein, wenn sie die anatomischen Besonderheiten des kindlichen Körpers berücksichtigt und dessen Reifung unterstützt.

Ein Tuch oder eine fertige Tragehilfe sitzt dann richtig, wenn die korrekte Anhock-Spreiz-Haltung gewährleistet ist, sodass das Kind, besonders wenn es einschläft, einen runden Rücken machen kann und die Oberschenkelköpfe optimal in die Hüftpfannen eintreten.
Das Tuch sollte so eng gebunden sein, dass sich das Kind beim Nach-vorne-Beugen kaum vom Tragenden wegbewegt. Dies dient auch dem Tragekomfort des Tragenden: Verspannungen und eine übermäßige Belastung des Beckenbodens können so vermieden werden.
Bitte tragen Sie Ihr Baby niemals mit dem Gesicht nach vorne. Weder im Tuch, noch in einer fertigen Tragehilfe!
Dagegen sprachen verschiedene Gründe:
Das Baby wird ins Hohlkreuz gedrückt.
Die Anhock-Spreiz-Haltung der Beine ist nicht möglich.
Das Gewicht des Kindes drückt beim Jungen auf die Hoden und bei Mädchen auf die Symphyse.
Das Baby hat keine Möglichkeit, den auf es einprasselnden Reizen zu entfliehen. Uns zugewandt getragen, kann es sich jederzeit rund machen, sich ankuscheln und die Umwelt ausblenden. Nach vorne getragen muss es die Umweltreize ertragen, bis es irgendwann vor Erschöpfung einschläft.
Unruhige Babys und solche, die vom Verhalten her an Schreibabys erinnern, sind oft die Folge dieser Trageweise!
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Baby interessiert sich für seine Umwelt und möchte mehr sehen (was vermutlich um den 4. Lebensmonat herum der Fall sein wird, wenn die Entwicklung des Sehvermögens einen großen Sprung macht), dann ist es Zeit dafür, das Kind auf der Hüfte oder dem Rücken zu tragen. Bei diesen Trageweisen kann das Kind in dieselbe Richtung schauen, in die auch die Bewegung des Tragenden geht und es hat dennoch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es ihm zu viel wird.
SO BITTE NICHT!!!
Tragen soll für den Tragenden und den Getragenen bequem und angenehm sein!